Gewicht

Hauptsache gesund!

„Hauptsache, es ist gesund“: diesen Satz hören junge Eltern oft. Besonders oft bekommen sie diesen Satz zu hören, wenn der frisch auf die Welt gebrachte Nachwuchs irgendwie nicht den Erwartungen des*der Sprecher*in entspricht; das gilt bis heute leider ganz besonders, wenn die Eltern das Verbrechen begingen, ein „Mädchen“ zu zeugen und keinen „Jungen“. Es ist ein demonstratives „aber ist ja auch egal“, was damit aber letztlich genau eines zum Ausdruck bringt: dass es eben nicht egal ist. Die Enttäuschung wird lediglich demonstrativ zur Seite geschoben, der*die Sprecher*in versichert sich selbst der eigenen charakterlichen Überlegenheit, so richtig nett ist der Satz also eh nicht. Aber was bedeutet das eigentlich überhaupt: gesund?

Akezptanz ist nicht Glorifizierung

Dies wird ein für meine Belange extrem persönlicher Beitrag. Normalerweise schreibe ich kaum über mich selbst. Aber dieses Mal geht es nicht anders. Gerade ging durch die sozialen Netzwerke mal wieder das Thema „fat acceptance“ bzw. „fat shaming“, das sind aber natürlich zwei Seiten derselben Medaille. Und wie immer gibt es zwei Lager: die einen, die darum werben, dass auch dicke Leiber schön sind. Und die anderen, die mit Links auf Studien zur Gesundheitsgefährdung durch Übergewicht antworten. Und ich? Ich sitze dazwischen. Ich kann es schlicht nicht mehr hören und nicht mehr sehen.

Fünf Minuten "GNTM": sechs Sorten sind einfach nicht genug

Es ist vorbei. Also, zumindest für dieses Jahr. Denn es darf durchaus als sicher gelten, daß uns auch nächstes Jahr eine neue Staffel "Germany's Next Topmodel" nicht erspart bleiben wird. Nach Highlander-Manier heißt es mittlerweile in geradezu erschreckender Regelmäßigkeit "es kann nur eine geben", und dieses Jahr hat anscheinend Sara Nuru gewonnen, vielleicht von den diesjährigen halbverhungerten Teenagern noch die junge Dame, die am ehesten im Besitz von so etwas wie "Ausstrahlung" ist. Nur fragt sich der Autor, warum tun sich halbwegs normal wirkende junge Frauen so etwas an?

Schlanke Bigotterie #3: bei Ausländern wär's Volksverhetzung

In einem Musterbeispiel für kritischen Qualitätsjournalismus zeigt derzeit die Tagesschau, warum wir alle brav unsere Rundfunkgebühren weiter bezahlen sollen. In einem Interview mit dem "Gesundheitsökonom" Günter Neubauer darf dieser davon schwadronieren, wie asozial offenkundig Übergewichtige sind. Da zahlt man die nächste Rechnung von der GEZ gleich noch mal so gern.

Schlanke Bigotterie #2: die andere Seite der Medaille

Während Fluglinien darüber nachdenken, Zuschläge von stark übergewichtigen Passagieren zu kassieren, treibt das hausgemachte Problem der Überwichtigkeit in den Wohlstandsnationen auch anderswo skurille Blüten. Gerade berichtet die Presse darüber, daß der Einwanderungsantrag einer Britin in Neuseeland abgelehnt worden sei, und zwar aufgrund ihres BMI.

Schlanke Bigotterie

Einem Bericht des Focus zufolge denkt die Fluglinie Ryanair darüber nach, eine Zusatzgebühr für stark übergewichtige Passagiere zu erheben. Nun ist das für eine Fluglinie, die das Prinzip des "nothing inclusive" zum Geschäftsprinzip erhoben hat, vielleicht nicht so sehr überraschend. Etwas erschreckender ist allerdings die Begründung, die Ryanair liefert.

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