Politik

Hauptsache gesund!

„Hauptsache, es ist gesund“: diesen Satz hören junge Eltern oft. Besonders oft bekommen sie diesen Satz zu hören, wenn der frisch auf die Welt gebrachte Nachwuchs irgendwie nicht den Erwartungen des*der Sprecher*in entspricht; das gilt bis heute leider ganz besonders, wenn die Eltern das Verbrechen begingen, ein „Mädchen“ zu zeugen und keinen „Jungen“. Es ist ein demonstratives „aber ist ja auch egal“, was damit aber letztlich genau eines zum Ausdruck bringt: dass es eben nicht egal ist. Die Enttäuschung wird lediglich demonstrativ zur Seite geschoben, der*die Sprecher*in versichert sich selbst der eigenen charakterlichen Überlegenheit, so richtig nett ist der Satz also eh nicht. Aber was bedeutet das eigentlich überhaupt: gesund?

Antisemitismus in Deutschland: alive and kickin'

Praktisch immer, wenn der Konflikt zwischen palästinensischen Arabern und Israel aufflammt, führt dies zu Demonstrationen auch und vor allem gegen Israel. Was aber derzeit in europäischen Städten zu sehen ist, spottet jeder Beschreibung, und wohl jeder Mensch mit einem Hauch Geschichtsbewusstsein fragt sich angesichts der Bilder von aktuellen „Demonstrationen” auch in Deutschland, was als nächstes kommen mag.

Weil Barriere-Freiheit nicht nur Rollstuhl-Rampen meint

Etwas verspätet, weil das Thema seinerzeit irgendwie an mir vorbei gegangen ist, aber nicht minder wichtig: der Chefredakteur von „FOCUS Money“, Frank Pöpsel, schaffte Ende 2013 ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie man sich durch Arroganz ins Abseits manövriert.

Die Sache mit dem Mord

Gerade geistert es wieder durch die Presse: „Anwälte wollen Mord abschaffen“; so oder so ähnlich finden sich derzeit mehrere Artikel in verschiedenen Publikationen, meist mit dem Hinweis versehen, dass der aktuelle Mord-Paragraph aus der Nazi-Zeit stamme. Das stimmt zwar rein faktisch, aber hilfreich in der Sache ist dieser Hinweis nicht unbedingt.

Unfrei-Handel

Freihandelszonen sind eigentlich etwas Nützliches. Die Europäische Union zum Beispiel begann mehr oder weniger als ein reines Zollabkommen, weil die Vielzahl der europäischen Nationalstaaten vorher mit ihren diversen Zöllen und Handelsbarrieren ein echtes Hindernis für die wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents waren. Soweit so gut, und im Unterschied zu einigen meiner Mitmenschen empfinde ich die EU grundsätzlich als etwas Positives. Aber nicht alle Freihandelsabkommen sind gut.

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Hogwarts in Traunstein

Bei der GWUP gefunden: die „Homöo-Akademie” in Traunstein, die allen Ernstes einen Bachelor of Science in Homöopathie verleihen will (und am Master-Studiengang schon arbeitet). Norbert Aust meldet in seinem ausgezeichneten Blog „Beweisaufnahme in Sachen Homöopathie” einige fundierte Zweifel daran an, ob das Ganze mit rechten Dingen zugeht. Aber ich persönlich mache mir kaum Illusionen, dass demnächst diplomierte Hexendoktoren im Land herumspazieren werden.

Die schwarzroten Sheriffs sind in der Stadt

Die „GroKo” kommt, das darf als beinahe sicher gelten. Nach wochenlangen „Verhandlungen”, die wohl besser als gegenseitiges Reviermarken-Setzen verstanden werden sollten, sowie abschließenden Hinterzimmer-Basta-Mauscheleien liegt nun endlich der Koalitionsvertrag vor. Und auch wenn die Genossen von der SPD murren, und auch wenn der Mitglieder-Entscheid der SPD schon etwas merkwürdig anmutet (immerhin wurde gerade schon gewählt, und nicht nur von gut einem Prozent der Wahlberechtigten) und sich nicht nur ZDF-Moderatorinnen und SPD-Bosse darüber streiten, ob das Procedere nun verfassungsgemäß ist: echte Zweifel am Zustandekommen der GroKo sind nicht wirklich angebracht. So traurig das ist.

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Prohibition und Prostitution

Alice Schwarzer ist ein Phänomen. Oft heißt es, sie sei von den modernen Zeiten überholt worden, heute interessiere sich eh niemand mehr dafür, was sie sage. Doch wenn sie ein Buch schreibt, reden trotzdem alle darüber. Jetzt diskutieren sogar die Bundeskoalitionäre in spe über eine Verschärfung des Prostitutionsgesetzes, auch wenn dieses Thema der schwarzgelben Vorgängerregierung offenkundig ziemlich egal war. Wie so oft bei derlei kontroversen Themen wird vor allem Reibungshitze und heiße Luft ausgetauscht; es besteht die Gefahr, das Kind mit dem Bade auszuschütten.

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Warum es langsam nicht mehr witzig ist.

Deutschland zürnt über spionistische Eskapaden unseres großen Verbündeten aus Übersee, und die Bundesmama redet davon, dass das Internet „Neuland“ sei. Für eine Frau, die in der DDR aufgewachsen ist, sollte allerdings permanente und umfassende Bespitzelung durch staatliche Behörden alles andere als Neuland sein. Und so bleibt mir, während der Rest des Landes über Mutti und ihre zur Schau getragene Ignoranz kichert, das Lachen im Halse stecken.

Weisheit des Alters

Zentraleuropa, das ist „Old Europe“, wenn man nach George W. Bush und insbesondere Donald Rumsfeld geht, der den Terminus seinerzeit erfand, als er in Europa deutlich weniger Mitstreiter für den Angriffskrieg gegen den Irak fand als erhofft. Das „alte“ Europa, gemeint waren insbesondere Frankreich und Deutschland, war natürlich als Beleidigung gedacht: der kriegsmüde, untätige Geriatrieverein als Kontrast zum dynamischen Amerika der Macher.

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